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Erfahrungsbericht - Gelände Basistraining von Andrea Grote

Nun war es also da: das Wochenende an dem das Enduro-Basistraining stattfinden sollte. Ich hatte es 3 Wochen zuvor von meinem Freund zur bestandenen Führerscheinprüfung geschenkt bekommen.

Gelände Basistraining

07.09. - 08.09.2002


Bericht von Andrea Grote

Am Samstag morgen, als wir Richtung Aufenau unterwegs waren, hatte ich nicht die geringste Ahnung, was da auf mich zukommen würde. Als wir am Trainingsgelände ankamen und ich die Kehren, Megasteigungen, Abfahrten, Hügel, die Tables und das sandige und teilweise steinige Gelände sah, hätte ich niemals gedacht, dass ich auch nur auf einem Bruchteil davon fahren würde.

Der Veranstaltungsbeginn war auf 9:30 Uhr festgelegt. Den Teilnehmern wurden die jeweiligen Trainer und Treffpunkte bekannt gegeben, denn parallel fanden noch andere Trainingseinheiten statt. Daraufhin begaben sich alle Fahrer auf einen freien Platz neben dem Vereinsgelände um Aufwärm- und Dehnübungen zu machen.

Am vereinbarten Treffpunkt erwatete uns unsere Trainerin Andrea. Unsere Gruppe bestand aus 4 Frauen und 5 Männern zwischen 30 und 40 Jahren. Wir fanden uns oberhalb des eigentlichen Trainingsgeländes ein, was mich sehr beruhigte. Dort standen auf ebener Fläche 5 Pampera 250 - kleine, schnuckelige Enduros. Nachdem wir uns kurz gegenseitig vorgestellt hatten, war mir klar: ich bin das einzige Greenhorn hier. Mein Trost dabei war, dass ich aber gerade aus diesem Grund die Möglichkeit hatte von Anfang an richtig zu lernen.

Die erste Einheit bestand daraus, das Fahren im Stehen zu erlernen. Darauf folgte ein mobil werden auf der Kiste: Gewichtsverlagerung nach vorn, hinten und jeweils seitlich. Das war die Vorbereitung auf die Kurventechnik. Andrea verfolgte jeden Schritt mit Argusaugen, ob wir das Erlernte auch richtig umsetzten: die Haltung ist enorm wichtig, sie korrigierte uns bei Bedarf.......schob hier meinen Po, da die Hüfte oder zog meine Ellbogen weiter nach außen und rückte meine Schulter zurecht. Immer wieder nahm Andrea mit ihrer Fachkompetenz Fehler wahr und machte uns darauf aufmerksam. Oh welch eine Belastung für unsere Muskeln!

Beim Hausfrau- und Mutterdasein werden diese Körperregionen eher selten beansprucht. Hinzu kam, dass zwischenzeitlich hochsommerliche Temperaturen herrschten und unsere Schweißdrüsen zur Hochproduktion angeregt wurden. Um keine Krämpfe zu bekommen klingen mir Andreas Worte noch immer in den Ohren “Trinkts, trinkts, damits ihr ka Krämpfe kriegts.“  Also waren meine ständigen Begleiter 2 Flaschen Wasser, die ich immer gut gekühlt bei Jörg im Vereinshaus bekam.

Nachdem wir das eigentliche Fahren im stehen mit Gewichts- verlagerungen geübt hatten, baute Andrea eine Slalomstrecke mit Pylonen auf, auf der wir mit Hilfe der Gewichtsverteilung die Kurventechnik erlernten. Auf dem Rückweg wurde das Bremsen trainiert. Jeder machte erst Trockenübungen und setzte anschließend das Erlernte in die Praxis um. Welch ein Unterfangen! Wir waren allesamt froh, dass wir jeweils einen Partner hatten, mit dem wir uns abwechseln konnten.

Pünktlich zur Mittagspause lies unsere Konzentration nach. Für jeden, der wollte war ein Mittagessen im Vereinshaus organisiert. Sehr geschwächt und durchgeschwitzt traf ich mich mit meinem Freund dort, um unserer Erfahrungen auszutauschen. Er nahm am Quadtraining teil und hatte zuvor schon mehrfach beim Veranstalter gebucht. Unsere Pause war jedoch sehr kurz, weil wir morgens auf dem letzten Drücker ankamen und unser Zelt noch aufbauen mussten. Zitat meines Freundes: “Heut Abend schaffen wir das nicht mehr“......Oh wie Recht er hatte!

Nach einstündiger Pause gab’s dann die Kurventechnik in einer anderen Variante.....im Sitzen. Als wir uns halbwegs sicher fühlten eröffnete uns Andrea: „Jetzt gehen wir ins Gelände“. Ich gehörte zu den „Glücklichen“ welche die Kiste nun runter bringen sollten. Hätte ich gewusst, dass der Weg dahin aus Schotter besteht, ich glaub ich hätte den Job vergeben. Unten angekommen sahen wir unseren neuen Übungsplatz: unebene Gras- und Sandflächen mit Schotter, die sich ohne jede Ordnung und leicht abschüssig vor uns darstellte. Eine neue Slalomstrecke für uns war schnell aufgebaut und nun hieß es die erlernte Fahrtechnik auf neuem Untergrund zu üben. Bis zum Abend wurde daran gefeilt.

Nach Trainingsende freuten wir uns auch riesig auf eine erfrischende Dusche. Ab 19.00 wurde gegrillt und wir beendeten den anstrengenden Tag mit `nem Bier in einer lustigen Runde.

Am nächsten Morgen brach für uns eine neue Dimension des Fahrens an: Tables fahren! Aber dieser Tisch hatte nicht im geringsten was mit einem Esstisch zu tun, er war mindestens 4x so hoch. Die Gewichtsverlagerung beim Hoch- und Runterfahren haben wir recht schnell in die Praxis umgesetzt und auch der Table wurde mit in die Strecke eingebaut.

Nachdem wir ziemlich geschlaucht aus der Mittagspause kamen, hatte Andrea noch Größeres mit uns vor.......im wahrsten Sinne des Wortes. Ein für mich riesiger „Berg“ tat sich vor mir auf, man bedenke ich komme aus dem Flachland, und ich hatte zuvor nur die geübten Fahrer dort gesehen. Was mich jedoch beruhigte, alle schauten ein wenig verunsichert, aber wir folgten unserer Trainerin brav, um die Strecke erst einmal zu Fuß abzugehen. Als ich den Steilhang passierte war mir klar: “Hoch fahr ich, aber runter.....NIE!“ Ich hatte viel zu viel Respekt vor dem Teil, und war mir sicher, dass ich mich dabei garantiert auf die Klappe lege.

Ein Teil unserer Gruppe machte sich mutig auf den Weg und ich schaute angespannt zu. Alle sind heil und ohne Schwierigkeiten wieder unten angekommen. Als der Nächste sich auf den Weg machte und ich sah wie gut es klappte wollte ich es auch schaffen. Gesagt - getan: hoch fuhr sich’s wunderbar, aber vor dem Abgrund  stellte ich erst mal die Karre ab. Nun war ich hier und wollte auch wieder runter.......wollte ich es wirklich? Ja ich wollte, aber erst nachdem Andrea beruhigend auf mich einsprach und mich motivierte. Nach Stunden, so kam es mir zumindest vor, wagte ich die Fahrt über die Kuppe und fuhr den Berg hinunter. Unten angekommen dachte ich „Ich hab’s getan!“. Ich war megastolz und war gefangen von einem Glücksgefühl. In diesem Zustand fuhr ich dann noch 5 mal hoch und runter.

So beendete ich das Wochenende ausgepowert aber stolz und glücklich, frei nach dem Lied von Ronan Keating – „I love it, when we do“.

Andrea

Telefon: 08092 - 232 53 70
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